Grundbesitz
Hinweis: Dieser Artikel wurde 2026 redaktionell überarbeitet und an die Grundsteuerreform ab 2025 angepasst.
In Deutschland wird Grundbesitz im Grundbuch erfasst. Wer Eigentümer eines Grundstücks oder einer Immobilie ist, ergibt sich grundsätzlich aus dem Grundbuch. Ein Eigentumsübergang bei Grundstücken erfolgt nicht allein durch einen Kaufvertrag, sondern durch die rechtliche Einigung über den Eigentumsübergang und die Eintragung des neuen Eigentümers im Grundbuch.
- Was gehört zum Grundbesitz?
- Grundbesitz und Grundbuch
- Grundbesitz als Altersvorsorge
- Grundbesitz und Grundsteuer
- Grundbesitz und Einheitswert
- Grundbesitz bei Erbschaft und Schenkung
- Familienheim: Wann kann Grundbesitz steuerfrei vererbt werden?
- Vermieteter Grundbesitz bei Erbschaft und Schenkung
- Grundbesitz im Betriebsvermögen
- Wie wird der Wert von Grundbesitz ermittelt?
- Verkehrswert, Grundbesitzwert und Grundsteuerwert
- Grundbesitz sollte abgesichert sein
- Fazit: Grundbesitz ist Vermögen, Verantwortung und Steuerobjekt zugleich
Was gehört zum Grundbesitz?
Zum Grundbesitz zählen nicht nur klassische Baugrundstücke oder Einfamilienhäuser. Der Begriff kann je nach Rechtsgebiet unterschiedlich weit verstanden werden. Typische Formen von Grundbesitz sind:- unbebaute Grundstücke,
- bebaute Grundstücke,
- Einfamilienhäuser und Zweifamilienhäuser,
- Mehrfamilienhäuser,
- Eigentumswohnungen,
- Teileigentum, zum Beispiel Gewerbeeinheiten,
- Erbbaurechte,
- Betriebsgrundstücke,
- land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen.
Grundbesitz und Grundbuch
Das Grundbuch dokumentiert die rechtlichen Verhältnisse an Grundstücken. Dort stehen unter anderem Eigentümer, Grundstücksbezeichnung, Grundschulden, Hypotheken, Wegerechte oder andere Belastungen. Beim Kauf von Grundbesitz ist der notarielle Kaufvertrag nur ein Schritt. Eigentümer wird der Käufer grundsätzlich erst, wenn die Eigentumsänderung im Grundbuch eingetragen ist. In der Praxis läuft ein Immobilienkauf meist so ab:- notarieller Kaufvertrag,
- Auflassung beziehungsweise Einigung über den Eigentumsübergang,
- häufig Eintragung einer Auflassungsvormerkung zur Sicherung des Käufers,
- Zahlung des Kaufpreises nach Fälligkeitsmitteilung,
- Eintragung des Käufers als neuer Eigentümer im Grundbuch.
Grundbesitz als Altersvorsorge
Grundbesitz wird häufig als Altersvorsorge gekauft. Viele Eigentümer möchten mietfrei wohnen, Mieteinnahmen erzielen oder Vermögen an die nächste Generation weitergeben. Ob Grundbesitz eine gute Altersvorsorge ist, hängt aber vom Einzelfall ab. Eine Immobilie kann Sicherheit bieten, verursacht aber auch laufende Kosten. Zu berücksichtigen sind insbesondere:- Kaufpreis und Finanzierung,
- Zinsen und Tilgung,
- Instandhaltung und Modernisierung,
- Hausgeld bei Eigentumswohnungen,
- Versicherungen,
- Grundsteuer,
- Verwaltungskosten bei Vermietung,
- Leerstands- und Mietausfallrisiko,
- Wertentwicklung der Lage.
Grundbesitz und Grundsteuer
Grundbesitz unterliegt grundsätzlich der Grundsteuer. Seit 2025 wird die Grundsteuer nach reformiertem Recht erhoben. Die früheren Einheitswerte sind für die laufende Grundsteuer ab 2025 grundsätzlich nicht mehr die maßgebliche Grundlage. Für die meisten privaten Immobilien gilt die Grundsteuer B. Betriebe der Land- und Forstwirtschaft fallen unter die Grundsteuer A. Für baureife, aber unbebaute Grundstücke kann unter bestimmten Voraussetzungen zusätzlich die Grundsteuer C eine Rolle spielen. Die Grundsteuer wird vereinfacht über diese Größen bestimmt:- Bewertungsgrundlage nach Bundes- oder Landesmodell,
- Grundsteuermessbetrag,
- Hebesatz der Gemeinde.
Grundbesitz und Einheitswert
Der Einheitswert war früher für die Grundsteuer sehr wichtig. Er beruhte bei Immobilien auf alten Wertverhältnissen und lag häufig deutlich unter dem Verkehrswert. Für aktuelle Grundsteuerbescheide ab 2025 ist der Einheitswert bei Immobilien grundsätzlich überholt. Er kann aber noch für alte Bescheide, frühere Steuerjahre und historische Unterlagen Bedeutung haben. Wer heute einen Grundsteuerbescheid prüft, sollte daher vor allem auf den neuen Bewertungsbescheid, den Grundsteuermessbescheid und den Grundsteuerbescheid der Gemeinde achten.Grundbesitz bei Erbschaft und Schenkung
Bei Erbschaft oder Schenkung kann Grundbesitz steuerlich relevant werden. Für die Erbschaft- und Schenkungsteuer wird nicht einfach der alte Einheitswert angesetzt. Maßgeblich ist eine Bewertung nach dem Bewertungsgesetz. Je nach Art des Grundbesitzes kommen unterschiedliche Verfahren in Betracht, zum Beispiel:- Vergleichswertverfahren,
- Ertragswertverfahren,
- Sachwertverfahren.
Familienheim: Wann kann Grundbesitz steuerfrei vererbt werden?
Für das sogenannte Familienheim gibt es besondere Steuerbefreiungen. Unter bestimmten Voraussetzungen kann ein selbst genutztes Familienheim steuerfrei auf Ehegatten, eingetragene Lebenspartner oder Kinder übergehen. Bei Kindern ist die Steuerbefreiung für das Familienheim auf eine Wohnfläche von 200 Quadratmetern begrenzt. Außerdem muss der Erwerber die Immobilie grundsätzlich unverzüglich selbst zu eigenen Wohnzwecken nutzen. Wichtig ist auch die Zehn-Jahres-Regel: Wird das Familienheim innerhalb von zehn Jahren nicht mehr selbst genutzt, kann die Steuerbefreiung rückwirkend wegfallen. Ausnahmen sind nur in besonderen Fällen möglich, etwa wenn eine Selbstnutzung aus zwingenden Gründen nicht mehr möglich ist. Die Details sind im Einzelfall wichtig. Gerade bei größeren Immobilien, mehreren Erben oder geplanter Vermietung sollte steuerlicher Rat eingeholt werden.Vermieteter Grundbesitz bei Erbschaft und Schenkung
Für zu Wohnzwecken vermieteten Grundbesitz gibt es bei der Erbschaft- und Schenkungsteuer eine besondere Entlastung. Solche Grundstücke werden unter den gesetzlichen Voraussetzungen nur mit 90 Prozent ihres Werts angesetzt. Das entspricht einem Abschlag von 10 Prozent. Die Regel gilt aber nicht für jeden beliebigen Grundbesitz, sondern nur für die gesetzlich begünstigten Fälle. Auch hier kommt es auf die genaue Nutzung, die Lage des Grundstücks und die weiteren Voraussetzungen an.Grundbesitz im Betriebsvermögen
Grundbesitz kann auch zum Betriebsvermögen gehören. Das betrifft zum Beispiel Betriebsgrundstücke, vermietete Gewerbeimmobilien, land- und forstwirtschaftliche Flächen oder Immobilien im Vermögen einer Gesellschaft. Bei Betriebsvermögen können neben der reinen Immobilienbewertung weitere steuerliche Fragen entstehen. Dazu gehören etwa Abschreibungen, stille Reserven, Betriebsaufgabe, Entnahmen, Umstrukturierungen oder erbschaftsteuerliche Begünstigungen für Betriebsvermögen. Solche Fälle sind meist deutlich komplexer als privat genutztes Wohneigentum. Eine pauschale Bewertung reicht hier selten aus.Wie wird der Wert von Grundbesitz ermittelt?
Der Wert von Grundbesitz hängt von vielen Faktoren ab. Besonders wichtig sind:- Lage,
- Grundstücksgröße,
- Bebaubarkeit,
- Bodenrichtwert,
- Baujahr,
- Zustand und Ausstattung,
- Wohn- und Nutzfläche,
- Mieteinnahmen,
- Modernisierungen,
- Rechte und Belastungen im Grundbuch.
Verkehrswert, Grundbesitzwert und Grundsteuerwert
Bei Grundbesitz werden verschiedene Wertbegriffe verwendet. Diese sollten nicht verwechselt werden.| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| Verkehrswert | voraussichtlich erzielbarer Marktwert bei einem Verkauf |
| Grundbesitzwert | steuerlicher Wert, zum Beispiel für Erbschaft- und Schenkungsteuer |
| Grundsteuerwert | Bewertungsgröße im Bundesmodell der Grundsteuer ab 2025 |
| Einheitswert | alte Bewertungsgröße, vor allem für die Grundsteuer bis Ende 2024 |
Grundbesitz sollte abgesichert sein
Grundbesitz bringt Verantwortung mit sich. Eigentümer sollten prüfen, welche Versicherungen sinnvoll oder notwendig sind. Typische Versicherungen rund um Grundbesitz sind:- Wohngebäudeversicherung,
- Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht,
- Gewässerschadenhaftpflicht bei Öltank,
- Elementarschadenversicherung,
- gegebenenfalls Vermieterrechtsschutz.



